Auf dem Saaleradweg von Dornburg nach Kaatschen-Weichau
Text Oldrich Matal, Fotos Heidi Seidemann, Archiv


Nachricht 01/06/matal.
Ca. 20 km nördlich von Jena im Saaletal beginnt eine Landschaft zum Verlieben. Von Dornbug an, weiter an der Saale lang nach Camburg und weiter hin nach Richtung Bad Kösen, Naumburg. Ob mit dem PKW, Fahrrad, zu Fuß, oder auf dem Fluss, egal, es handelt sich um eine einmalige Verbindung zwischen Jena, Naumburg mit Messestadt Leipzig. Die Straße romantisch, märchenhaft, aber auch wirklich schön. Die grüne Natur mit herrlichen Waldwegen, Bauerhöfen, Schlössern, Kirchen, den kleinsten Städtchen Thüringens... Die Straße hat sich entwickelt als wichtigste Verbindung in der Region Saale-Holzlandkreis und führt weiter hin durch Weimarer und Burglandkreis. Die Straße trägt Spuren der Vergangenheit, welche sind wirklich zum erleben.

Auch hier, bis zum 17. Jahrhundert, herrschte noch der Kärrner mit seinem zweirädrigen Karren vor. So eng waren die Wege, dass zwei Zugtiere nicht gut nebeneinander her gehen konnten, weil zum Gehen neben dem Gefährt kaum Platz vorhanden war…, war notwendig, die Strassen breit aufzubauen. Deswegen wurde auch die B 88 aufgebaut, parallel rechts mit der Saale, die Täler und Felsen schnell zu überwinden, den Menschen in kürzester Zeit die Ernte aus den Feldern in die Stadt auf den Markt zu bringen. Und heute auch die wichtige Verbindung der Region.

Die kleine Stadt Dornbug liegt malerisch ca. 90 m hoch auf den Felsen links von B88 und Saale und grenzt direkt an die Gemeinde Dorndorf-Steudnitz. Nach 1km Serpentinen links der Bundesstraße steigt man mit dem Fahrzeug zu den Schlössern und Terrassen der „Stadt der Rosen“: Dornburg auf. Wer seinen Kreislauf trainieren möchte, kann den PKW unten in der Gemeinde Dorndorf-Steudnitz auf dem großen Parkplatz beim Rewe-Markt abstellen und die Treppe benutzen, die am Bahnübergang beginnt. Von oben ist nicht nur ein herrlicher Blick auf das Saaletal und den Weinberg des Schlosses; man freut sich, dass nach Jahren wieder (seit 2006) der Rokokoschloss sowie die Terrassen unterhalb der beiden Gebäude von April bis Oktober geöffnet sind. Aber man kann auch spazieren gehen durch die alte Stadt Dornburg, durch die schmale Dorfgasse, den Markt bis zum Rathaus, wo sich auch gemütliche Gaststätten und Kaffees befinden. Von Dornburg aus führt die Landstraße L 2303 weiter in die Glockenstadt Apolda, oder durch die Gemeinde Zimmern zur Napoleon-Gedenkstädte Jena-Isserstedt.

Nachricht 02/2006/o.m.
… nur paar Schritte weiter auf der B 88 beginnt die Gemeinde Dorndorf-Steudnitz. Wir überqueren die Bahnstrecke (Nürnberg) Jena – Naumburg (Berlin) in Dorndorf–Naschhausen, Fußgänger können Unterführung benutzen, an der Carl-Alexander Brücke links vorbei ( für Kraftfahrzeuge gesperrt), über die neue Saalebrücke nach Steudniz Richtung Camburg, oder Richtung Wetzdorf, Hermsdorf, Bad Klosterlausnitz…

Nachricht 03/06/matal
Unter der Carl-Alexander-Brücke ist die tiefste Stelle der Saale, damals eine Furt, heute Wasserzugang für Boote. Ca 10 m hinter dem Bahnübergang, sind wir schon in Naschausen, einem Ortsteil von Dorndorf. Kleine Hausgruppe mit ca. 10 Häusern (Gemeinde Dorndorf-Steudnitz), hier können wir uns erfrischen an dem Wasserbrunnnen. Gestiftet wurde er 1859 von Joh.Gottfried Maether, erneuert 1998. Nebenan ist das Gasthaus Schieferhof wieder in Betrieb. Hier beginnt die Treppe zu den Dornburger Schlössern (ca. 70 Stufen),
Wanderwegkreuzung: Blau: Golmsdorf- Camburg; Rot: Tautenburg- Neuengönna,
Getränkemarkt Ritze&Sohn Mo-Fr: 9 bis 20:00, Sa 10 bis 12:00.
Infotafel für Wander-Radweg m. Übernachtungs- und Gastätten-Tipps, Postkasten, Telefonzelle.
Hier beginnt ein sehr gut ausgeschilderter und in perfektem Asphaltzustand befindlicher Abschnitt des Saale Rad-Wanderweges. Durch das idyllische Saaletal nach Würchhausen, Camburg und weiter hin nach Kaatschen. Teilweise ohne Autoverkehr. Würchhausen ist praktisch ein ehemaliger Gutshof. Heute nur eine kleine Gemeinde, mit Wichmar (über die Bahnstrecke, rechts vom Fluss ) ein Stadtteil vom Camburg. Weiter fahren wir an zwei Wohnblöcken aus DDR Zeiten und ca. fünf Häusern mit 47 Einwohnern vorbei, weiter am Rand des Waldes nach Döbritschen.
Zimmervermietung Fam. Brox
07774 Wichmar Dorfstraße 10
Tel.: 036421-22291
Mobil: 0163-2166127
Doppelbett-Zimmer (1 Aufbettung möglich)
Preis pro Person: 12 €/Nacht (Frühstück nach Vereinbarung)

Döbritschen liegt ca.0,2 km südwestlich von Camburg am linken Saaleufer, geprägt durch den Standort einer Wassermühle, seit 1908 Wasserkraftanlage. Ersterwähnung des Ortes 1219. Im Sommer hat auf der Saaleinsel ein Zeltplatz mit Imbiss geöffnet.

Camburg Am Ortsrand hat im Sommer (Mai- September) ein Freibad mit großer Liegewiese, Radrastplatz und Imbiss geöffnet. Im Ort gibt es ein Heimatmuseum und den Bergfried einer alten Burg, wovon man einen wunderschönen Blick über das Saaletal hat. Bei der Ortsausfahrt fahren wir an der Pension Hildebrandt, einem Radrastplatz und der Ruine der Cyriakskirche vorbei in Richtung Stöben. Ca. 300m links parallel mit dem Radweg (am Rand des Waldes) führt ein blau gezeichneter Wanderweg über die Steinbergstraße und die Cyriaksruine nach Stöben. Im Mittelalter war hier die Poststraße nach Naumburg.

Stöben Weiter ca.2, 5 km nordwestlich am linkem Saaleufer liegt Stöben, geprägt durch Landwirtschaft und seine Lage an der Straße nach Kaatschen-Weichau. Auf der linken Straßenseite liegt der Bauerhof Sachse, wo am Wochenende frisches hausgeschlachtetes Fleisch verkauft wird.
Herbert Sachse
07774 Camburg
Stöben Nr. 14 (direkt an der Straße nach Großheringen - Saale-Radwanderweg)
Tel.: 036421-22820
Ferienhaus mit je einem 2- und 4-Bettzimmer (mit TV) für Radfahrer, Wanderer, Wassertouristen, Handwerker etc.
Preis pro Person: 15 €/Tag
Am Ortsausgang Stöben, rechts von der L1061 ist wieder ein Stück ungestörter Asphaltweg bis Kaatschen-Weichau. Eine Gemeinde, aber die zwei Dörfer sind getrennt durch die Hauptstraße und die Bahnstrecke nach Großheringen. Rechts über die schmale Saalebrücke ereichen wir Kaatschen. Ein schönes Dorf mit Weinbergen. Hier trifft sich der Saaleradweg mit dem Ilmtalradweg, der hier endet. An der Saale gibt es einen Zugang für Schlauchboote. Der Saaleradweg führt nun weiter in Richtung Kleinheringen (1,3 km) und Bad Kösen in Sachsen-Anhalt (8,5 km).

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