Saale-Radwanderweg: Von Camburg nach Naschhausen (8 km)
Text und Fotos: Caroline Fischer

Das von uns befahrene Wegstück ist Teil des Saale-Radwanderweges und führt uns als Abschnitt der Strecke von Naumburg nach Jena in Richtung Süden.

Wir beginnen unsere Radtour in Camburg an der Saalebrücke, am westlichen Ufer des Flusses. Unser Streckenabschnitt von Camburg nach Naschhausen führt in Richtung Saalemündung, er folgt den gut sichtbaren blau-weißen Radwegsschildern (s.o.) mit dem Zusatz „M“. Der Radweg ist in beide Richtungen deutlich ausgeschildert, die Streckenschilder in entgegengesetzter Richtung, tragen als Zusatz ein „Q“, da man auf die Quelle zufährt.

Der Radwanderweg führt rechtssaalisch von der Camburger Saalebrücke aus südwärts in Richtung Döbritschen.

Der Weg wurde neu angelegt und verläuft eben und asphaltiert nur wenige Meter neben dem Flussbett, Autoverkehr ist hier nicht zugelassen.

Man fährt zwischen der Saale linkerhand und den niedrigen Häusern Camburgs auf der rechten Seite entlang, über dem linken Ufer ist der
Bergfried der Camburg zu sehen.

Es ist eine idyllische, ruhige Strecke, fern von städtischen Geräuschen und Gerüchen.

Kurz hinter der Saalebrücke befindet sich auf dem Radweg die Ausschilderung zum Camburger Museum , das sich nur wenige hundert Meter in Sichtweite rechts des Radweges befindet, unterschiedliche Abschnitte der regionalen Vergangenheit vorstellt und liebevoll die bestehenden Funde für Besucher zusammengestellt hat.

Fährt man auf dem Radwanderweg weiter, liegen nun die letzten Gärten der Camburger Einfamilienhäuser links am Weg, dahinter fließt die Saale, der sich der Radweg immer mehr nähert, je weiter man die Gärten hinter sich lässt. Rechts wird schon der Blick auf Wiesen, Felder und unbebaute Natur frei.

An dieser Stelle des Flusses war früher eine der tiefsten Stellen der Saale und bildete die Grenze zwischen einer germanischen und einer slawischen Ansiedlung, die als Vorläufer Camburgs gelten können, von denen heute jedoch keine Spuren mehr zu sehen sind.

Ungefähr einen Kilometer hinter der Ortschaft erreicht man das Freibad Camburg, dessen Schwimmbecken und Liegewiesen direkt an der linken Seite des Radweges liegen.

Neben allgemeinen Freizeitangeboten wie Wasserrutsche, Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, Beachvolleyballfeld, Basketballkorb und Fußballfeld, bietet das Freibad auch spezielle Angebote für Fahrradfahrer. Unter dem großen Schild Radlertreff stehen Unterstände für schlechtes Wetter, ein Kiosk außerhalb des Freibades, Sitzmöglichkeiten und eine Karte der Radwanderwege in der Umgebung zur Verfügung.

Als kleine Besonderheit sind auf dem Freibadgelände 2 Karussells installiert, die bunt über die Mauer leuchten.

Ca. 50 Meter hinter dem Freibad mündet der Saaleradwanderweg an einer Bahnunterführung vorbei, in die Landstraße nach Wichmar. Die Straße ist jedoch für Fahrradfahrer ungefährlich, sie wird ganz selten und nur von Einheimischen mit Autos befahren, die auf Radwanderer eingestellt sind und hat aufgrund der seltenen Nutzung durch PKWs sogar weder Mittelstreifen noch Seitenmarkierung. Diese Landstraße ist sehr angenehm zu befahren, die Häuser sind verschwunden; man fährt in angenehmen Schatten so dicht am Ufer der Saale entlang, dass man vom Fahrrad in den Fluss spucken könnte. Hin und wieder kann man einem Ruderboot auf dem Wasser begegnen und links des Weges werden die weiten Felder nur durch die Bahnschienen zerschnitten, die parallel des Radweges auf Augenhöhe verlaufen.

Die Strecke führt weiterhin ohne Steigung in ein kleines Wäldchen hinein und plötzlich wird hinter einer leichten Linkskurve der Blick zwischen den Bäumen auf den Ort Döbritschen frei. Ein Bauernhof mit 2 dominierenden Fachwerkscheunen steht am Ortseingang und linkerhand wird der Radfahrer von fröhlich quietschenden Eseln begrüßt. Der Bauernhof ist heute in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.

Fährt man auf den gepflasterten Straßen des Ortes weiter, so trifft man nach 100m auf eine schöne Einladung für Radfahrer, sich vom Weg ab zu einer Rast zu begeben.

Folgt man diesem Angebot des Rastplatzes Döbritschen „An der Saale“ so biegt man den Schildern folgend nach links vom Saalradwanderweg auf einen Schotterweg, erreicht nach ungefähr 150 Metern das letzte Haus von Döbritschen, den Rastplatz und trifft hier auch die Saale wieder, die das Gelände umschließt und zur Sackgasse werden läßt.

Doch über den Fluss ist ein großes blaugestrichenes Eisenkonstrukt errichtet, das den Radfahrer an Größe bei weitem überragt - am Rastplatz befindet sich ein Saalerechen, der den Fluss reinigt, indem er Abfall und Blätter aus dem Wasser kehrt. In dem dazu hochgestauten Wasser direkt am Rastplatz kann man gut baden und Boot fahren.

Neben diesen kurzen Vergnügen kann man auch am Gut der Raststätte, die einen kleinen Biergarten und eine Lagerfeuerstelle hat, mit dem eigenen Zelt über Nacht bleiben.

Um die Radtour fortzusetzen, muss man die 150 Meter zurück auf dem Radweg fahren und verlässt dann nach weiteren 150 Metern, vorbei an Einfamilienhäusern und dem Ortsfriedhof, das Dorf Döbritschen. Ab hier ist der Radweg wieder asphaltiert und führt mit kaum merklicher Steigung vorbei an Feldern unter den Bahnschienen hindurch.

Der Weg führt weiter auf einen kleinen Wald zu, an dessen Beginn ein kleiner Rastplatz mit Tisch und Bänken aus Holz fest installiert ist. An dieser Stelle kreuzt sich der Saaleradwanderweg mit einem Reit- und einem Fußwanderweg, die nach rechts vom Radweg ab führen.

Der Radweg führt nun umsäumt von Bäumen am Waldrand entlang und gemütlich rollt der Radfahrer auf leicht abschüssiger Strecke nach Würchhausen hinein und gelangt, abermals auf gepflasterten Dorfstraßen und an den ersten Häusern vorbei, an eine Wegscheide. Die Schilder des Radwanderweges weisen nach rechts, aber wer hier, auf der ungefähren Hälfte der Strecke eine besondere Mittagspause machen möchte, sollte sich die Zeit nehmen, links abzubiegen und hinter den Bahnschienen nach 500 Metern im Forellenhof einen frisch gefangen und zubereiteten Fisch zu essen oder als Proviant mitzunehmen.

Dem Radweg nach rechts folgend verlässt man Würchhausen nach wenigen Metern und einer Linkskurve schon wieder und fährt ab nun wieder auf einem nur für Fahrräder befahrbaren asphaltierten Radweg.

Hier hat man den ersten ungefähr 100 Meter langen Anstieg zu bewältigen, doch diese kleine Anstrengung wird schon kurz danach mit einer ebenen Fahrt hoch über dem Saaletal belohnt. Rechterhand liegen Kornfelder bis zum Horizont und links des Weges kann man durch eine Baumreihe tief auf die Saale hinunter blicken. Direkt am Fluss im Tal liegt auch der angesprochene Forellenhof.

Auf dieser Fahrt hoch oben wird über den Baumwipfeln schon das nächste Etappenziel sichtbar – Dorndorf-Steudnitz liegt im Tal und auch der Radweg schlängelt sich nun wieder hinab. Auf 100 Meter geht es mit einem Gefälle von 15 Prozent hinunter ins Saaletal und der Schwung reicht aus, um auf dem nun wieder ebenen Radweg weit durch Wiesen und Felder zu rollen. Die Bahnschienen verlaufen jetzt auch wieder parallel zum Radweg auf dessen linker Seite und beide Wege führen auf das Zementwerk Dornburg zu.

Den grasbewachsenen Hügeln, die sich rechterhand des Weges langsam erheben, steht das große, konstruierte Zementwerk auf der linken Seiten interessant gegenüber.

Der Radweg führt gleichberechtigt zwischen beidem hindurch und auf die baumumringten ersten Einfamilienhäuser am Stadtrand der Doppelgemeinde
Dorndorf-Steudnitz zu. Nach einer leichten Linkskurve im Wohngebiet kann man das erste Mal die 3 majestätischen Dornburger Schlösser sehen, die auf Felsen und in einer Reihe hoch über der Saale stehen.

Fahren wir weiter auf die Ortsmitte zu, so trifft der Radweg erneut an eine Wegscheide, diesmal auf die Hauptstraße des Ortes, die B87 und somit einer anderen Form der modernen VIA REGIA. Die Kreuzung wird von zwei Wirtshäusern gesäumt, an der linken Straßenecke liegt der „Schieferhof“ , an der rechten das „Haus zum Born“, die beide zu einer Pause bei Thüringer Küche einladen.

Biegt man hier rechterhand und entgegengesetzt des eigentlichen Radwegverlaufes ab, gelangt man weg von den Autowegen und an idyllischen Häusern vorbei, an einen erfrischenden Brunnen. Nur wenige Meter dahinter beginnt der Treppenaufstieg auf die Saalefelsen. Hier kann der Radwanderer sein Fahrrad anschließen und erreicht in 90 Metern Höhe das Renaissanceschloss , das Rokokoschloss und das Alte Schloss , die gemeinsam als die Drei Dornburger Schlösser aus 3 unterschiedlichen Epochen einzigartig sind.

Der offizielle Saaleradweg führt jedoch nicht nach Dornburg, sondern führt an der Kreuzung in Dorndorf-Steudnitz nach links am „Schieferhof“ vorbei, für 20 Meter auf der B87 entlang über die Zugschienen in Richtung Naschhausen. Geradeaus führend verlässt der Weg hier die Autostraße wieder und führt über die Carl-Alexander-Brücke , die 1892 erbaut, als Landesdenkmal heute immer noch eine sehr sehenswerte ingenieurtechnische Leistung ist.

Hinter der Carl-Alexander-Brücke fahren nach Naschhausen hinein und haben damit das Ziel unserer 8 Kilometer langen Fahrt erreicht.

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